Wie kam es zu dem Umbau:
Heizung? Heizung?

Folgende Ausgangssituation :


  • 3-Familienhaus Bj:1967 teilsaniert mit einer Wohnfläche von 300m²
  • Viessmann Vitola Biferral-ET Bj.1984 mit einer Leistung 35-43KW
  • Liegender Brauchwasserspeicher 200l von Viessmann
  • Konstante Vorlauftemperatur von 60°C ohne Witterungsführung
  • Kein Heizungspuffer
  • Jahresverbrauch ~ 3600l Heizöl
  • Nur Wandheizkörper, daher hohe Vorlauftemperaturen


Die jährlich steigenden Ölpreise und der hohe Verbrauch dieses Hauses waren langsam an einem Punkt gekommen, an dem es finanziell sehr kostspielig war so weiter zu verfahren.

Die vorhandene Heizungsanlage war in dem Zustand von 1984 und hatte als Speicher lediglich den Kessel selbst mit 110l und einen darunter liegenden Brauchwasserspeicher mit 200l. Dadurch waren in den Wintermonaten täglich bis zu 40 Brennerstarts mit einer Gesamtlaufzeit von 7 Stunden der Fall. Das ergibt eine durchschnittliche Laufzeit von 10,5 Minuten je Start. Somit eine der schlechtmöglichsten Ausgangssituationen. Nun hätte es eigentlich gereicht eine hydraulische Weiche einzubringen um zumindest die Brennerlaufzeit zu erhöhen und die Starts zu minimieren. Doch dadurch wäre der Verbrauch nur marginal gesenkt worden. Deshalb wurde ein kompletter Schnitt angestrebt um effektiver Heizöl sparen zu können.

Zuerst wurde nach einer Lösung gesucht, die am kostengünstigsten und effektivsten war. Doch jede Rechnung warf eine hohe Kostennote auf die so nicht zu bewerkstelligen war. Außer man erbringt Sie in Eigenleistung. Es wurden verschiedene Möglichkeiten durchgerechnet und auch Kostenvoranschläge eingeholt.

Der Ölbrenner und der Brauchwasserbehälter sollten übernommen werden, da sie trotz ihres Alters noch einen sehr guten Zustand aufweisen. Der Brauchwasserbehälter ist aus Edelstahl und der Brenner kaum versottet. Somit dient der Brenner nur zur Spitzenlastabdeckung und Unterstützung. Deshalb wurde er auch nur in das obere Drittel des ersten Speichers eingegliedert.

Es gab Vier Modelle die in die Planung einbezogen wurden und alle mit einem maximalen Budget von 20000€ limitiert wurden:

  • Isolation des gesamten Gebäudes und bestehenlassen der alten Heizungsanlage.
  • Isolieren des Daches und Anbringung einer Solaranlage zur Brauchwasserbereitung.
  • Anbringen einer Solaranlage zur Brauchwasser- und Heizungsunterstützung mit VRK
  • Anbringen einer Solaranlage zur Brauchwasser- und Heizungsunterstützung mit FK und Wasserkamin.


Grundsätzlich sei gesagt, das eine Isolierung des Bestandes eher durchgeführt werden sollte, bevor man eine Heizungsanlage modernisiert. Denn durch die Energieersparnis kann man die gesamte Anlage dann später kleiner dimensionieren. Doch hier wurde ein anderer Weg beschritten, da die Isolation erst in einigen Jahren ausgeführt werden kann.
Die Kosten für eine Isolation des Gebäudes waren aufgrund dessen Größe selbst in Eigenleistung zu enorm, da so oder so die Heizung die nächsten Jahre modernisiert werden musste. Zudem waren erste Schritte die Jahre zuvor getan und alle alten Fenster wurden gegen neue ausgetauscht. Das isolieren des Dachbodens hätte zumindest den Verbrauch der DG-Wohnung gesenkt, doch diese war eigentlich schon an den Außenwänden mit dem Stand von 1976 isoliert. Nach dem Durchrechnen einer reinen Brauchwassererwärmung durch Solar in Verbindung mit der Dachisolierung fiel auch diese aus. Sie hätte gleichauf gelegen im Preis wie die beiden letzten Varianten, aber nicht effektiv genug. Eine Solaranlage mit Heizungsunterstützung und Brauchwassererwärmung war die einzige rentable Lösung. Da direkt verglichen wurde ob sich VRK oder FK für das Vorhaben eignen und bei der Teileauswahl noch viel eingespart wurde, ist das letzte Modell mit einem Wasserkamin gewählt worden.

Wandauschnitt Decke Um jedoch die Anlage realisieren zu können, war noch sehr viel Planungsarbeit von Nöten, in der der Entschluss gefasst wurde eine Wand zu durchbrechen um den Heizungskeller zu erweitern. Denn für den Energiebedarf des Hauses war ein 800l Speicher alleine nicht ausreichend. Dies war in dem aktuellen Heizraum das Maximalste was man einbringen konnte. Dadurch wäre der Raum allerdings selbst so zugestellt gewesen, dass er weder als Trockenraum benutzbar noch der Service am Brenner zu realisieren wäre. Dadurch war es möglich zwei 1000l Speicher unterzubringen und auch einen Großteil der Verrohrung, sowie die Solarstation. Dabei war allerdings die Pfuscharbeit der Errichter zu Tage gefördert worden. Beim durchschneiden der nicht als tragend gekennzeichneten Mauer kam ein Abstand zwischen Träger und Einhängeplatten zutage. Man hatte sich früher wohl um 5cm verrechnet beim Einbringen und hatte dies geschickt dadurch umgangen, dass man einfach die Wand etwas stabiler ausführte und dadurch als Auflage missbrauchte. Denn die Deckenplatten hingen nicht im Träger ein, sondern hörten 5cm davor auf und lagen somit auf der Mauer. Ein beauftragter Statiker stellte dies als nicht gravierend fest und es reichte den Ausschnitt von 2,5m auf 1,5m zu verringern und einen stabilen Holzbalken zur Absicherung einzubringen. Damit wurde zumindest die Möglichkeit erhalten den Raum zu vergrößern und ihn nicht räumlich getrennt zu halten.

Ab da ging es täglich nach der Arbeit oder Abendschule an die Arbeit um das Projekt bis zum Winter 2011 umsetzen zu können. Dadurch entfielen bis jetzt alleine knapp 270 Stunden auf die gesamten Arbeiten. Die größte Hürde war die Verrohrung so auszuführen, dass eine Erweiterung jederzeit möglich ist und ohne Kreuzungen oder tief hängende Rohrleitungen beeinträchtigt wird. Der Raum sollte auch als Trockenraum benutzt werden, dadurch mussten die Rohre so nah an die Decke wie möglich.

Der Bauabschnitt verlief in fünf Stufen.

1: Zuerst wurden alle Komponenten eingebracht und verrohrt bis zu der bestehenden Anlage.
2: Die Elektrik wurde verbaut und alles angeschlossen, sowie ein Grundprogrammierung eingespielt.
3: Die alte Anlage wurde aufgetrennt, mit der Neuen verbunden und in Betrieb genommen.
4: Die Solaranlage wurde errichtet und eingebunden.
5: Die Anlage wird regelungstechnisch optimiert um das Maximun an Ertrag/Einsparung zu erreichen.


Wobei Stufe 5 eine langwierige Stufe ist und auch noch sehr lange andauern wird. Denn bis wirklich alles so optimiert ist wie es bestmöglich läuft, werden wohl aus der Erfahrung noch einige Programmierungen geändert oder gar Umbauten an der Hydraulik vorgenommen. Ebenso steht irgendwann wenn die Umweltauflagen für die Brenner zu hoch geworden sind ein Umbau an, bei dem dann auch der liegende Brauchwasserspeicher entfernt wird. In diesem Schritt wird dann auch gleich gegen einen wesentlich kleineren Ölbrenner mit 16KW eingetauscht, da dies laut den Berechnungen in Verbindung mit Isolation des Hauses vollkommen reicht.